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Werkzeughalter

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Weil meine X3-Fräsmaschine leider keine Steilkegelaufnahme (z.B. SK30) besitzt, musste ich wie fast alle anderen Leute mit Fräsmaschinen dieser Größe meine Fräser entweder in Spannzangen, Weldon-Haltern mit MK3-Schaft oder Spannzangenfuttern in die Spindel spannen. Dies hat mehrere Nachteile. Einmal dauert der Werkzeugwechsel relativ lange, besonders bei Verwendung nur eines Spannzangenfutters. Auch bei Weldon-Haltern oder MK3-Spannzangen muß in der Regel immer der ganze Halter oder die Spannzange ausgewechselt werden. Der entscheidende Nachteil für den CNC-Betrieb ist aber, dass die Werkzeuge nicht in der Länge voreingestellt werden können und deshalb nach jedem Wechsel neu vermessen werden müssen.

Zufällig fand ich auf einer Webseite in USA Werkzeughalter, die diese Probleme lösen:
http://www.tormach.com Weil mir der Import der angebotenen Halter zu teuer erschien, habe ich eigene Halter konstruiert und produzieren lassen, die folgende Vorzüge haben:

  • schnellerer Werkzeugwechsel
  • hohe Wiederholgenauigkeit der Werkzeuglänge beim Wechsel
  • Längenmessung des Werkzeugs ausserhalb der Maschine
  • preisgünstig


Die Halter gibt es für zwei Fräserdurchmesser, 6 und 10 mm. Damit können alle Fräser mit Weldonschaft gespannt werden, die einen Durchmasser zwischen 1 und 10 mm haben. Maschinenseitig haben die Aufnahmen einen Schaft mit 18 mm Durchmesser, damit passen Sie in eine entsprechende MK3-Spannzange.

Die Spannzange bleibt immer in der Spindel, solange mit den Werkzeughaltern gearbeitet wird. Zum Werkzeugwechsel wird lediglich die Anzugstange gegen den Uhrzeigersinn gedreht, dadurch löst sich die Spannzange. Der Halter wird herausgezogen und der neue eingesteckt. Eine kurze Drehung der Anzugstange im Uhrzeigersinn spannt den Halter fest. Dabei wird er mit seinem Anlagekranz gegen die Unterseite der Spindel gezogen. Dies sorgt einerseits für erhöhte Stabilität, andererseits für eine hohe Wiederholgenauigkeit der Einspannung.



Diejenigen, die noch mit dem Hammer auf die Anzugstange schlagen, fragen sich natürlich, wie das geht. Die Antwort ist eine modifizierte Spindel und Anzugstange. Dazu wird oben in die Spindel ein Innengewinde M16 x 1 geschnitten. Eine neu anzufertigende Anzugstange erhält unten ein Gewinde M12 und oben M16 x 1. Durch die unterschiedlichen Gewindesteigungen wird die Spannzange (oder jedes beliebige MK-Werkzeug) bei Linksdrehung der Stange aus dem Konus gedrückt. Hammerschlagen ist also nicht mehr erforderlich. Sollten Sie sich die Modifikation nicht selbst zutrauen, können Sie mir die Spindel Ihrer Maschine gerne schicken. Anfragen bitte per Mail.

Haben Sie eine größere Anzahl von Werkzeughaltern, dann können Sie die Länge der eingespannten Werkzeuge ermitteln und in der Werkzeugtabelle der Steuerungssoftware (z.B. Mach3) speichern. Die Werkzeughalter müssen Sie entsprechend der Position in der Werkzeugtabelle nummerieren. Bei einem Werkzeugwechsel brauchen Sie dann nur die Nummer des Werkzeugs anzugeben (meist schon im Fräsprogramm vorgegeben) und können ohne Neuvermessung des Werkzeugs weiterarbeiten. Wie das mit Mach3 funktioniert, können Sie in der Bedienungsanleitung zur deutschen Oberfläche im Abschnitt 3.2.3. nachlesen.

Alternativ können Sie die Werkzeuglängen auch in SheetCam oder SheetCam TNG eingeben. Das generierte Fräsprogramm berücksichtigt dann automatisch die unterschiedlichen Längen. Zunächst ist dieses Verfahren übersichtlicher, bedeutet aber, das das Programm nur mit diesen Werkzeugen funktioniert. Verwenden Sie einen neuen Fräser mit abweichender Länge, müssen Sie das Programm neu generieren.

Die Länge der Werkzeuge messen Sie am einfachsten mit einem digitalen Höhenanreißer. Dazu brauchen Sie eine sauber gedrehte Hülse, in die der Schaft des Werkzughalters hineinpasst, so dass er mit seinem Anlagekranz oben auf der Hülse aufsitzt. Die Hülse und den Höhenanreißer setzen sie dann auf eine wirklich ebene Fläche und messen dei Höhe der Hülse und die Höhe der Werkzeugspitze. Höhe der Werkzeugspitze minus Höhe der Hülse ist dann die Werkzeuglänge.

Wenn Sie an diesem Werkzeugsystem interessier sind, können Sie die Halter und die Spannzange im Shop kaufen. Das System funktioniert nur mit Maschinen, die einen MK3 Spindelkonus haben. Bei der Sieg X3 ist es eventuell erforderlich, die zwei Mitnehmersteine an der Spindel innen etwas zu kürzen, damit die Halter passen. Das ist aber mit wenig Aufwand zu machen.

Bei entsprechendem Interesse plane ich, auch Halter für Bohrfutter herstellen zu lassen. Damit können dann auch Bohrer voreingestellt werden.



Copyright Christoph Selig - letzte Aktualisierung 23 Jan 2012

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